Wirtschaftsinformatik beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Entwicklung, Planung und dem Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen in Wirtschaft und öffentlichen Verwaltungen. Dazu werden Betriebswirtschaftslehre und Informatik sowie Teilbereiche der Ingenieur- und Rechtswissenschaften zu einem interdisziplinären Fach zusammengefasst.
Die intensive Nutzung von Computer-Hard- und -Software ist heutzutage in Unternehmen aller Branchen und Größen allgegenwärtig. Daher finden Wirtschaftsinformatiker Lösungen für komplexe Probleme, um diese anschließend zu gestalten oder zu programmieren. In der Berufspraxis bekommen sie ihre Aufgaben meistens von Nicht-Informatikern gestellt, die über kein Fachwissen aus dem Bereich der Informatik verfügen. Aus diesem Grund müssen Wirtschaftsinformatiker in der Lage sein zu erkennen worin betriebswirtschaftsliche Problemstellungen bestehen und sie mit den Mitteln der Informatik bearbeiten.
Dieser Studiengang befindet sich im Akkreditierungsverfahren durch die AQAS und soll im Wintersemester 2010/2011 an ausgewählten Studienzentren eingeführt werden. Der Bachelor-Studiengang „Wirtschaftsinformatik" wird in zwei Varianten angeboten, als Präsenzstudium in Bad Sooden-Allendorf oder als Fernstudium mit Präsenzphasen in Berlin, Friedrichshafen, Kassel, Leipzig und München. Die Präsenzphasen im Fernstudium finden samstags statt und bestehen aus freiwilligen Übungs- und Seminarveranstaltungen. Für alle Studierende sind insgesamt 4 Labortage verpflichtend, die als Blockveranstaltungen in den zentralen Laboren in Bad Sooden-Allendorf stattfinden (mit praxisnahen Versuchen und Anwendungen in den Bereichen der Prozesstechnik (CIM und RFID), Robotik und industrielle Netzwerke). Für die Selbststudienphasen stehen Ihnen didaktisch aufbereitete Studienbriefe, eine Telefon-Hotline sowie eine betreute E-Learning-Lernplattform mit virtuellen Laboren, Simulationen, Übungen, Aufgabensammlungen und Literatur zur Verfügung. Die einzelnen Studienzentren bieten darüber hinaus weitere Betreuungsangebote an.
Als Zugang zu einem Bachelor-Studium werden die Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder eine bestandene Meisterprüfung vorausgesetzt. Darüber hinaus werden bei Nachweis einer mindestens vierjährigen hauptberuflichen Tätigkeit auch staatlich geprüfte Techniker, Betriebswirte, Bilanzbuchhalter, Fachwirte Erzieher, Pädagogen usw. nach der hessischen „Verordnung über den Zugang beruflich Qualifizierter zu den Hochschulen im Lande Hessen" an allen Studienzentren der DIPLOMA - FH Nordhessen zugelassen. Die Anmeldung zu dem Studiengang geschieht mittels beigefügten Immatrikulationsantrags oder über das Internet (www.diploma.de). Die Einschreibung selbst (= Studienvertragsschluss) an der DIPLOMA - FH Nordhessen erfolgt schriftlich durch Annahme des Immatrikulationsantrages; dadurch ist der Studienplatz gesichert.
Der erfolgreiche Bachelor-Abschluss in Wirtschaftsinformatik legt den Absolventen ein breites und interessantes Tätigkeitsfeld offen. Grundsätzlich können Wirtschaftsinformatiker in allen Bereichen eingesetzt werden, in denen ein hoher IT-Bezug besteht. Im Allgemeinen können sie in zwei verschiedenen Positionen eingesetzt werden. Einerseits in einer IT-Abteilung: Hier sind die Wirtschaftsinformatiker mit Aufgaben der Beratungsdienste, IT-Controlling, IT-Organisation, Systemanalyse oder Systementwickung beschäftigt. Darüber hinaus können sie aber auch in betriebswirtschaftlichen Fachabteilungen mit ausgeprägtem IT-Bezug eingesetzt werden. Zu den möglichen Einsatzgebieten zählen hier beispielsweise Beschaffung, Controlling, Logistik, Marketing oder Vertrieb.
Zu den wichtigsten Berufen im IT-Kernbereich für Absolventen von Wirtschaftsinformatik-Studiengängen gehören die Berufe des Anwendungsentwicklers und Systemanalytikers. Zu deren Aufgaben gehören die Dokumentation, Entwicklung, Planung und Einführung von Hard- und Softwaresystemen. Dazu gehören auch die Unterstützung von Nutzern und die Modifikation von Programmen. Darüber hinaus sind Wirtschaftsinformatiker in der Lage die Auswirkungen auf die Organisation zu analysieren und zu planen. Außerdem gibt es Berufe in denen Beratungs- und Organisationsleistungen im Vordergrund stehen. In diesen Berufen hat der Wirtschaftsinformatiker häufig eine Vermittlungsfunktion zwischen den IT-Spezialisten und den Anwendern, die häufig nur über grundlegende IT-Kenntnisse verfügen. Beispiele für Berufsbezeichnungen in diesem Bereich sind: IT-Berater oder IT-Consultant, IT-Controller oder IT-Projektmanager sowie Inhouse Consultant.